KulturForum Europa in Wien

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KulturForum Europa in Wien

Europäische Erstaufführung in der Kammeroper


(Ein Neujahrsporträt von Christian Bauer)
... (4)


AVENUE X,
ein "A Cappella Musical"
von John Jiler & Ray Leslee


Ein Musical ohne Orchester, a cappella im Stil der Comedian Harmonists. Rock-and-Roll, aber auch Gospel, Blues, Jazz, Rap und afro-amerikanische Rhythmen sind zu hören in "Avenue X", dem Musical über Liebe und Hass, über Ängste und Träume junger Menschen. Die etwas andere "West Side Story" im Brooklyn der 60er Jahre.






New York, Brooklyn 1963. Avenue X trennt zwei Welten: die der ‚Italo-American' und die der ‚African-American'. Pasquale ist verzweifelt. Sein Lead-Sänger ist am Vorabend der legendären Brooklyn-Fox ausgefallen. Auf der Suche nach Ersatz trifft er auf den gleichaltrigen Milton, dessen Eltern auf der ‚Black-Side' von Avenue X wohnen. Pasquale überredet Milton, mit ihm gemeinsam beim Contest aufzutreten.

Die Umwelt der beiden reagiert mit Skepsis und Unverständnis. Auf italienischer Seite versuchen Pasquales Schwester Barbara und seine Freunde Chuck und Ubazz, Pasquale von dem in ihren Augen ungeheuerlichen Vorhaben abzubringen. Milton ergeht es nicht besser. Mutter wie Stiefvater und sein Freund Winston verstehen die Welt nicht mehr.

Bleibt ihr gemeinsamer Auftritt Utopie oder ein erster Schritt zu einem friedlichen Zusammenleben?.






Die Stimmen der vier farbigen SängerInnen (Gino Emnes, Joe Garcia, Carole Alston-Bukowsky und Stephen Shivers) und der vier Italiener-Darsteller (Ramin Dustdar, Bruno Grassini, Axel Olzinger und Murielle Stadelmann) unter der musikalischen Leitung von Michael Schnack, sowie der Chreographie und Inszenierung von Alonso Barros lassen die Besucher den Atem anhalten.

Spannungsgelade mit überzeugender Ehrlichkeit, temperamentvoll und voller Lyrik der Umgangssprache der amerikanischen Gosse ist hier eine Gesamtleistung entstanden, in der geraden Fortsetzung der vergangenen beiden Spielzeiten, in denen die Kammeroper dem Musical eine neue Dimension und dem Genre ein Fortbestehen garantiert:


die Rückführung auf die Offenheit der Inszenierung und direkte Kontaktnahme mit dem Publikum. Hier hierher soll es den Besucher ziehen, der Darstellung und Gesang, undTalent pur erleben will, fern ab vom technischen Glamour der Werke, die sich in den letzten 30 Jahren Musical nennen, aber "Oper für die Masse" sein wollen.


(www.kammeroper.at )